Vom Tellerwäscher zum Millionär

Wer diesen kleinen Plan ernst nimmt, wird sicherlich bald zum Superstar aufsteigen. Jetziger Standpunkt. Ein abartiger Job, keine Kohle und Überstunden ohne Ende. Wo soll das ganze nur hinführen? Ist das ein Leben, welches man sich erhofft hat? Wohl eher nicht. Es muss doch irgendwie möglich sein, den Sprung in die große Karriere zu schaffen. Die besten Chancen haben ja sowieso die Menschen die weder Talent, Sinn für Mode und Ausstrahlung besitzen. Dann kann das wohl ein einfacher Tellerwäsche auch noch schaffen. Der Weg nach oben ist eigentlich ganz leicht. Möchte man dabei seine Seele verkaufen, ist es natürlich noch leichter. Man muss halt einfach das Ziel vor Augen behalten. Erster Schritt, man stellt sich auf die Straße und singt. Was man da singt, ist völlig egal. Hauptsache die Menschen beobachten einem. Im TV machen sie es ja auch und gründen sogar Fanclubs. Auch die wird man bald erhalten. Singt man täglich zur gleichen Zeit, so hat man in einer Woche sicher schon Fans mit Plakaten. Wunderbar, erster Schritt ist geschafft.

Man ist der Star der Straße und wird wohl oder übel die erste Polizeianzeige erhalten. Auch dieser Plan hat super funktioniert. Man ist ja schließlich kein Promi, wenn man ein wirklich reinen Strafregister Auszug hat. Da man jetzt schon der Star der Gosse ist, kann man ruhig mal in eine Talkshow gehen. Schließlich möchte man dort von seinen großen Erfolgen erzählen. Meistens bekommt man dort auch die Chance, sein nicht vorhandenes Gesangstalent zu präsentieren. Das Publikum wird wieder mal begeistert sein und sicherlich werden die ersten Produzenten anrufen. Schon hat man es geschafft. Die ersten Studioaufnahmen beginnen und es ist Zeit für erste CD. Auftritte folgen, natürlich nur Playback. Weil singen, das ist ja viel zu anstrengend. Gedanklich muss man als neuer Superstar ja schon mal planen, welche Hilton Schwester flach gelegt wird. Ein paar Wochen geht das ganze gut so. Die fünfte Ehefrau erwartet Nachwuchs, die Gerichtsverhandlungen häufen sich und das viele Geld wird für Alimente und Kautionen verwendet.

Das leben eines Superstars ist einfach genial. Das Konto ist leer, nächster Schritt Dschungel Camp. Dort kann man sich mal wieder richtig mit Reis voll fressen und man wird fürs nichts tun bezahlt. Nach dem man, zehn mal verweigert hat, irgendwelche Käfer zu speisen, wird man sowieso eliminiert. Den Rest der Staffel darf man sich vom Luxushotel aus angucken. Ein Leben als Star ist doch wunderbar. Die Fans kennen einem nicht mehr. Zu alt ist man geworden. Ab und an, wird man doch mal bei irgendwelche Shows erwähnt. Zum Beispiel die „Dümmsten Sänger“ oder „Peinlichsten Auftritte“. Aber genau das, war doch das Ziel. Berühmt werden. Berühmt werden, berühmt sein, hat leider nichts mit Talent zu tun. Es gibt da draußen so viele wunderbare Menschen. Diese sind kreativ, haben Talent und verzaubern ihre Freunde. Auch wenn sie keine Fans von Übersee haben, so sind sie etwas Besonderes. Der Bekanntheitsgrad sagt rein gar nichts darüber aus, wer man ist oder was man kann. Deswegen darf man stolz auf sich sein, wenn man etwas erschafft und sich nicht zum Affen machen muss.